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Schweizerisch-französischer Maler, Zeichner und Graphiker

Karl Bodmer war Schüler seines Onkels Johann Jakob Meier (1787-1858), einem angesehenen Landschaftsmaler und Kupferstecher in Zürich. Anschließend arbeitete er für den Verlag F.S. Füssli in Zürich. 1828 ging er nach Koblenz, dort erschienen seine “Malerischen Ansichten der Mosel, des Rheins und der Lahn” im Verlag Jakob Hölscher als kolorierte Kupferstiche in Aquatinta-Technik.

1832 reiste er als wissenschaftlicher Zeichner zusammen mit Prinz Maximilian zu Wied-Neuwied und dem Präparator David Dreidoppel nach Nordamerika. Die Expedition dauerte 28 Monate und führte in die noch von Indianern bewohnten Gebiete westlich des Mississippi. In eindrucksvollen Aquarellen dokumentierte er Landschaften, Pflanzen und Tiere und besonders das Leben der indianischen Bevölkerung in Nordamerika. Von der Reise brachte er mehr als 400 Skizzen und Aquarelle nach Deutschland zurück.

1835 zog Karl Bodmer nach Paris. Von dort aus leitete er die Herstellung der Illustrationen für das Buch “Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834” des Prinzen Maximilian zu Wied-Neuwied, für das dieser zahlreiche Aquarelle von Bodmer ausgewählt hatte.

1848/49 zog Karl Bodmer nach Barbizon. Er wurde ein einflussreiches Mitglied der Schule von Barbizon. Zu seinem Freundeskreis gehörten Peter Burnitz, Théodore Rousseau und Jean-Francois Millet. Zusammen mit Millet schuf er Lithographien mit Themen aus der amerikanischen Geschichte. 1876 wurde Karl Bodmer als “Chevalier de la Légion d’Honneur” in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

1) Angeboten von Kunstantiquariat Monika Schmidt, München

Pehriska-Ruhpa. Minitari Krieger, im Anzuge des Hundetanzes. “Pehriska-Ruhpa. Mönnitarri Krieger, im Anzuge des Hundetanzes. Geurrier Moennitarri costumé pour la Danse du Chien. Moennitarri Warrior in the costume of the dog danse.” - Tab. 28. Altkolorierte Aquatintaradierung von Louis René Lucien Rollet (1809-1862), teilweise in Farben gedruckt und im Handkolorit vollendet, nach Aquarellen und Zeichnungen von Karl Bodmer (Sammlung im Joslyn Art Museum KBA 330, Glenbow Museum BK.63.16.4), aus Maximilian Prinz zu Wied's: “Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834”. Erster Zustand (Ruud 2004, S. 151) für eine deutsche oder französische Ausgabe, gedruckt bei Bougeard, Paris, 1837-43, auf Velin, herausgegeben von Jakob Hölscher, Koblenz, 1837-42 oder von Arthus Bertrand, Paris, 1840-43. Mit der irrtümlichen Nummer 'Tab. 28.' der frühen Zustände (vgl. Ruud 2004, S. 153). Blattgröße (etwa Plattenrandgröße): 53 x 38 cm. Ohne Blindstempel.

Pehriska-Ruhpa. Minitari Krieger, im Anzuge des Hundetanzes. Altkolorierte Aquatintaradierung von Louis René Lucien Rollet (1809-1862), teilweise in Farben gedruckt und im Handkolorit vollendet, nach Aquarellen und Zeichnungen von Karl Bodmer, aus Maximilian Prinz zu Wied's: “Reise in das innere Nord-America in den Jahren 1832 bis 1834”. Erster Zustand (Ruud 2004, S. 151) für eine deutsche oder französische Ausgabe, gedruckt bei Bougeard, Paris, 1837-43, auf Velin, herausgegeben von Jakob Hölscher, Koblenz, 1837-42 oder von Arthus Bertrand, Paris, 1840-43. Blattgröße (etwa Plattenrandgröße): 53 x 38 cm.

BT2389

Pehriska-Ruhpa. Minitari Krieger, im Anzuge des Hundetanzes.

“Pehriska-Ruhpa. Mönnitarri Krieger, im Anzuge des Hundetanzes. Geurrier Moennitarri costumé pour la Danse du Chien. Moennitarri Warrior in the costume of the dog danse.” – Tab. 28.

Porträt des Häuptlings Pehriska-Ruhpa (“Die beiden Raben”). Krieger des Minitari Stamms (auch Hidatsa oder Gros Ventre genannt). Er war ein angesehener Vertrer seines Stammes and enger Freund von Maté-Topé. Im Winter 1833/34 besuchte er öfters Fort Clark.

Bodmer malte ihn zuerst in einem zeremoniellen Gewand mit der großen Pfeife des Medizinmannes in der Hand (siehe Tableau 17). In diesem Porträt von Pehriska-Ruhpa ist er im Anzug des Hundetanzes dargestellt.

Der Furcht einflößende Krieger, der für Bodmer im März 1834 Modell stand, war das Oberhaupt der ‘Hunde-Gesellschaft’ seines Dorfes. Er trägt beim Tanz eine große Mütze aus buntem Tuch, auf der viele Raben-, Elstern- und Uhufedern befestigt sind, dazu reich geschmückte Beinkleider und Mokassins. Alles an seinem Körper bewegt sich wie der Krieger zum Rhythmus der Trommeln, die angespannte Haltung des Kriegers zeigt die Kraft seines Tanzes.

Viele Kunsthistoriker halten dieses Bild für das beste Indianer-Porträt, das je gemacht wurde!

Ränder bis zum Plattenrand beschnitten. Rechts und unten einige kleine, restaurierte Einrisse. Sehr schönes, altes Originalkolorit, Farben teilweise gedruckt. Papier etwas getönt, wie üblich bei den altkolorierten Exemplaren. Insgesamt guter bis sehr guter Zustand.

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Naturforscherin und Malerin aus am Main, Tochter des berühmten Kupferstechers und Verlegers Matthäus d.Ä. (1583-1650). Sie lebte in (bis 1670) und Nürnberg (bis 1681), dann wieder in (bis 1685), einige Jahre auf Schloss Waltha bei Wieuwerd und ab 1691 in Amsterdam.

Im Juni 1699 reiste sie mit ihrer jüngeren Tochter Dorothea Maria nach Surinam in Südamerika. Dort unternahm sie Exkursionen in die schwer zugänglichen Urwälder und beobachtete, zeichnete und sammelte tropische Insekten. Im September 1701 trafen sie und ihre Tochter wieder in Amsterdam ein.

1675-1680 erschien ihr erstes Buch, das „Neue Blumenbuch“, ein Musterbuch für ihre Schülerinnen der Blumenmalerei und –stickerei in drei Teilen, 1679 und 1683 ihr Raupenbuch in zwei Teilen „Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung“, das die ersten Ergebnisse ihrer langjährigen Beobachtungen über Insekten enthält. Auf jedem Blatt werden die Entwicklungsstadien der Insekten in Verbindung mit den Pflanzen gezeigt, die ihnen zur Nahrung dienen. Sie konnte zeigen, dass jede Schmetterlingsart als Raupe von einigen wenigen Futterpflanzen abhängig ist und ihre Eier nur an diesen Pflanzen ablegt.
1705 erschien in einer holländischen und einer lateinischen Fassung ihr berühmtes Werk  “Metamorphosis insectorum Surinamensium” mit 60 kolorierten Kupferstichen. Für dieses großartige Buch schuf sie Bilder tropischer Pflanzen zusammen mit den zugehörigen Insekten sowie mit anderen Tieren, die sie in Surinam gezeichnet hatte und nun auf Bildtafeln zusammengestellt hatte. Mit diesem Werk, das vielen späteren Forschern, darunter Carl von Linné, als Quelle diente, wurde sie eine Wegbereiterin auf dem Gebiet der Insektenforschung.

Maria Sibylla gehörte zu den ersten Forschern, die Insekten systematisch beobachteten und etwas über deren tatsächliche Lebensumstände herausfanden. Ihre künstlerische Arbeit fand bereits unter ihren Zeitgenossen Zustimmung. Ihre Einteilung der Schmetterlinge in Tag- und Nachtfalter ist bis heute gültig.
Nach ihrem Tod gelangten die Kupferplatten an den Verleger Jean Frédéric Bernard in Amsterdam, der ihre Werke 1730 noch einmal druckte, und später an L.C. Desons in Paris, der sie 1771-1774 erneut veröffentlichte.

1) angeboten von Kunstantiquariat Monika Schmidt, München:

Rote Lilie "Lis Rouge"  Altkolorierter Kupferstich bei Jan Frederik Bernard, gestochen von Jan Pieter Sluyter, Amsterdam um 1730, 37,6 x 27,6 cm.

Rote Lilie "Lis Rouge" Altkolorierter Kupferstich bei Jan Frederik Bernard, gestochen von Jan Pieter Sluyter, Amsterdam um 1730, 37,6 x 27,6 cm.

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, Zeichner, Kupferstecher und Verleger.

Ridinger war Schüler von Christoph Rasch in Ulm und Johann Falk in Augsburg. Er zeichnete und malte vorzugsweise Jagdszenen und Tiere in ihrer natürlichen Umgebung.

Er gründete in Augsburg eine Kunsthandlung und verlegte ab 1722 zahlreiche Kupferstichserien mit Jagd-, Reit- und Tierszenen. Seine Vorzeichnungen dazu sind anspruchsvolle Dokumente für das damalige Verständnis der Wildtiere, der Jagd und der Reitkunst und zeichnen sich durch ihre natürliche und detailgetreue Wiedergabe aus. 1759 wurde Ridinger Direktor der Augsburger Kunstakademie.

Literatur

Georg Thienemann. Leben und Wirken des unvergleichlichen Thiermalers und Kupferstechers Johann Elias Ridinger. Leipzig 1856.

1) angeboten von Joseph Fach GmbH, Galerie und Kunstantiquariat, Frankfurt am Main

Drei Füchse auf einen Fang lauernd.     Rötel, auf Bütten, unter der Darstellung mit brauner Feder betitelt „Roth oder Brand Füchse N. 73.“. 10,1:15,3 cm.

Drei Füchse auf einen Fang lauernd. Rötel, auf Bütten, unter der Darstellung mit brauner Feder betitelt „Roth oder Brand Füchse N. 73.“. 10,1:15,3 cm.

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Deutscher Zeichner

Anfangs war Welker Schüler von J.C.E. Müller (1766-1824) in Weimar, anschließend an der Wiener Akademie von 1804 –1808. Als Lützower Jäger nahm er an den Freiheitskriegen teil und war Augenzeuge des Todes Th. Körners (1791-1813).

Mit seinen Freunden J.Chr. Erhard (1795-1822), J.A. Klein (1792-1875) und den Brüdern F.Ph. und H. Reinhold (1779-1840, 1788-1825) unternahm er 1818 eine Reise durch das Salzkammergut, die durch Graphiken und Zeichnungen dokumentiert ist. 1821 ging er nach Rom, wo er bis 1828 blieb und kehrte 1828 nach Wien zurück.

Welker schuf Landschaften und Architekturansichten aus der Umgebung Wiens, von Salzburg, aus der Steiermark, Kärnten, der Schweiz und Italien.

1) angeboten von Joseph Fach GmbH, Galerie und Kunstantiquariat, Frankfurt/Main

Rom, Castello di Torcrescenza.  Pinsel in Braun und Aquarell, braun laviert, über Bleistift, auf chamoisfarbenem festem Velin, rechts unten signiert „E. Welker.“, verso vom Künstler bezeichnet „La Cresenza / Tenuta nella Campagna di Roma / Detto La Fabrica di Pussino.“. Verso mit dem Sammlerstempel. Ca. 21:31,5 cm.

Rom, Castello di Torcrescenza. Pinsel in Braun und Aquarell, braun laviert, über Bleistift, auf chamoisfarbenem festem Velin, rechts unten signiert „E. Welker.“, verso vom Künstler bezeichnet „La Cresenza / Tenuta nella Campagna di Roma / Detto La Fabrica di Pussino.“. Verso mit dem Sammlerstempel. Ca. 21:31,5 cm.

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Geboren als Bunjirô am 18. Mai 1883 in Tokio als ältester Sohn einer Kaufmannsfamilie. Da er ein kränkliches Kind war, verbrachte er lange Zeit bei einer Tante in Shiobara (Präfektur Ibaragi), der Heilquellen und des gesunden Bergklimas wegen. Von klein auf schon malend und zeichnend, entwickelte er wohl dort die sein ganzes künstlerisches Leben fortan bestimmende Liebe zur Landschaft.

Mit vierzehn Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Maler, die er jedoch nach zwei Jahren beenden muß, um in das Familiengeschäft einzutreten. Die folgenden Jahre versucht er vergeblich, seine künstlerischen Interessen mit denen des Familienbetriebs in Einklang zu bringen, entscheidet sich zuletzt für die Kunst und bewirbt sich um Aufnahme als Schüler bei Kaburagi Kiyokata (1878-1973), dem einflußreichen Maler und Illustrator, der noch bei Yoshitoshi gelernt hatte.

Zuerst abgelehnt, studierte er die beiden folgenden Jahre westliche Malerei bei Saburôsuke (1869-1939) und bewirbt sich darauf erneut – diesmal erfolgreich – bei Kiyokata, wo er japanische Malerei (Nihonga) lernt und von dem er den Künstlernamen erhält.

Angeregt durch Itô Shinsuis “Acht Ansichten von Ômi”, entstehen 1918 Hasuis erste Landschafts-Farbholzschnitte – Bilder aus Shiobara, dem Ort seiner Kindheit.

Schon diese frühen Blätter zeigen jene für charakteristische, differenzierte Darstellung der Lichtstimmungen, die Oberflächentextur, die den handwerklichen Herstellungsprozeß nicht verleugnet, ihn im Gegenteil sogar oft hervorhebt, die realistische aber gleichwohl stilisierte Darstellung, die kräftige, tiefe und doch nicht grelle Farbigkeit.

Gedruckt wurden diese Blätter bei dem engagierten Verleger Shôzaburô (1885-1962), der damals gerade jene Künstler um sich zu scharen anfing, die man heute – nach einem von geprägten Wort – unter dem Begriff “Shin Hanga” (Neuer Druck) kennt. In einer lebenslang andauernden fruchtbaren Zusammenarbeit gab die Mehrzahl von Hasuis über 600 Farbholzschnitten heraus.

In den nun folgenden Jahren reiste immer wieder durch ganz Japan, unermüdlich Motive sammelnd und skizzierend, die er, zurück in Tokio, mit und dessen Holzschneidern und Druckern umsetzte.

Das verheerende Kantô-Erdbeben von 1923 und das darauf folgende Feuer vernichtete nicht nur Hasuis Privathaus samt seinen Skizzenbüchern, sondern auch Watanabes Geschäftsraume und die darin befindlichen Drucke und Druckstöcke. Drucke Hasuis, die vor dieser Zeit entstanden, sind daher äußerst selten.

Mit Watanabes Hilfe nahm er jedoch bald wieder seine Reisen auf und es entstanden in den 30er Jahren, seiner produktivsten Zeit, wieder Ansichten der verschiedensten japanischen Orte und Landschaften zu allen Jahres- und Tageszeiten.

Ein besonderer Reiz lag für in der Darstellung von Schnee und Regen, sowie des morgendlichen und abendlichen Dämmerlichts, der “blauen Stunden”, wie eine Vielfalt solcher Bilder bezeugt.

Auch im Ausland, vornehmlich in den Vereinigten Staaten, wurden Hasuis Bilder bald vielfach ausgestellt und gesammelt, hatte es doch seit Hiroshige niemand mehr gegeben, der sich mit einer solchen Beharrlichkeit der Darstellung japanischer Landschaft gewidmet hatte.

Doch anders als Hiroshige beschränkte sich nicht auf den Kanon der “Meisho”, der berühmten Landschaften und Orte Japans, sondern seine Bilder zeigen auch bis dahin als unspektakulär geltende Landschaften, wie etwa verschwiegene Dorfränder, verregnete menschenleere Straßen, deren oft melancholisch verhaltene, manchmal wehmütige Stimmung sich auf den Betrachter unmittelbar zu übertragen vermag.

Hasuis lebenslanges Schaffen und seine Bemühung um die Kunst des japanischen Holzschnitts wurde 1956, ein Jahr vor seinem Tod, durch die Verleihung des höchsten Ehrentitels für einen Künstler in Japan, die Ernennung zum “Lebenden Nationalschatz”, gewürdigt.

(1883 – 1957)Geboren als Bunjirô am 18. Mai 1883 in Tokio als ältester Sohn einer Kaufmannsfamilie. Da er ein kränkliches Kind war, verbrachte er lange Zeit bei einer Tante in Shiobara (Präfektur Ibaragi), der Heilquellen und des gesunden Bergklimas wegen. Von klein auf schon malend und zeichnend, entwickelte er wohl dort die sein ganzes künstlerisches Leben fortan bestimmende Liebe zur Landschaft.

Mit vierzehn Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Maler, die er jedoch nach zwei Jahren beenden muß, um in das Familiengeschäft einzutreten. Die folgenden Jahre versucht er vergeblich, seine künstlerischen Interessen mit denen des Familienbetriebs in Einklang zu bringen, entscheidet sich zuletzt für die Kunst und bewirbt sich um Aufnahme als Schüler bei Kaburagi Kiyokata (1878-1973), dem einflußreichen Maler und Illustrator, der noch bei Yoshitoshi gelernt hatte.

Zuerst abgelehnt, studierte er die beiden folgenden Jahre westliche Malerei bei Saburôsuke (1869-1939) und bewirbt sich darauf erneut – diesmal erfolgreich – bei Kiyokata, wo er japanische Malerei (Nihonga) lernt und von dem er den Künstlernamen erhält.Angeregt durch Itô Shinsuis “Acht Ansichten von Ômi”, entstehen 1918 Hasuis erste Landschafts-Farbholzschnitte – Bilder aus Shiobara, dem Ort seiner Kindheit.

Schon diese frühen Blätter zeigen jene für charakteristische, differenzierte Darstellung der Lichtstimmungen, die Oberflächentextur, die den handwerklichen Herstellungsprozeß nicht verleugnet, ihn im Gegenteil sogar oft hervorhebt, die realistische aber gleichwohl stilisierte Darstellung, die kräftige, tiefe und doch nicht grelle Farbigkeit.Gedruckt wurden diese Blätter bei dem engagierten Verleger Shôzaburô (1885-1962), der damals gerade jene Künstler um sich zu scharen anfing, die man heute – nach einem von geprägten Wort – unter dem Begriff “Shin Hanga” (Neuer Druck) kennt.In einer lebenslang andauernden fruchtbaren Zusammenarbeit gab die Mehrzahl von Hasuis über 600 Farbholzschnitten heraus.

In den nun folgenden Jahren reiste immer wieder durch ganz Japan, unermüdlich Motive sammelnd und skizzierend, die er, zurück in Tokio, mit und dessen Holzschneidern und Druckern umsetzte.Das verheerende Kantô-Erdbeben von 1923 und das darauf folgende Feuer vernichtete nicht nur Hasuis Privathaus samt seinen Skizzenbüchern, sondern auch Watanabes Geschäftsraume und die darin befindlichen Drucke und Druckstöcke. Drucke Hasuis, die vor dieser Zeit entstanden, sind daher äußerst selten.

Mit Watanabes Hilfe nahm er jedoch bald wieder seine Reisen auf und es entstanden in den 30er Jahren, seiner produktivsten Zeit, wieder Ansichten der verschiedensten japanischen Orte und Landschaften zu allen Jahres- und Tageszeiten.Ein besonderer Reiz lag für in der Darstellung von Schnee und Regen, sowie des morgendlichen und abendlichen Dämmerlichts, der “blauen Stunden”, wie eine Vielfalt solcher Bilder bezeugt.Auch im Ausland, vornehmlich in den Vereinigten Staaten, wurden Hasuis Bilder bald vielfach ausgestellt und gesammelt, hatte es doch seit Hiroshige niemand mehr gegeben, der sich mit einer solchen Beharrlichkeit der Darstellung japanischer Landschaft gewidmet hatte.

Doch anders als Hiroshige beschränkte sich nicht auf den Kanon der “Meisho”, der berühmten Landschaften und Orte Japans, sondern seine Bilder zeigen auch bis dahin als unspektakulär geltende Landschaften, wie etwa verschwiegene Dorfränder, verregnete menschenleere Straßen, deren oft melancholisch verhaltene, manchmal wehmütige Stimmung sich auf den Betrachter unmittelbar zu übertragen vermag.Hasuis lebenslanges Schaffen und seine Bemühung um die Kunst des japanischen Holzschnitts wurde 1956, ein Jahr vor seinem Tod, durch die Verleihung des höchsten Ehrentitels für einen Künstler in Japan, die Ernennung zum “Lebenden Nationalschatz”, gewürdigt.

1) Angeboten von Galerie am Haus der Kunst Monika Schmidt, München

Bild A12610 - Starker herbstlicher Regen am Ufer, ein Mann in seinem Boot am schilfigen Ufer. Titel: Chihan no ame (Matsue) - (Heftiger Regen am Ufer in Matsue). Signatur: Hasui Siegel: Kawase Verleger: Watanabe Shôzaburô (Siegel Hotei C) Datum: Shôwa 7 (Februar 1932).  Format: Ôban, 24,3 x 36,4 cm.

Bild A12610 – Starker herbstlicher Regen am Ufer, ein Mann in seinem Boot am schilfigen Ufer. Titel: Chihan no ame (Matsue) – (Heftiger Regen am Ufer in Matsue). Signatur: Siegel: Verleger: Shôzaburô (Siegel Hotei C) Datum: Shôwa 7 (Februar 1932). Format: Ôban, 24,3 x 36,4 cm.

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